Trigger können richtig fies sein. Wir brauchen einen Gegenpol: Go Glimmer!
Nutze Glimmer als Gegenteil von Trigger bewusst, um deinen Geist, deine Gefühlszustände und Wahrnehmung mit Kristallstaub zu versehen.
Manchmal braucht es nur einen kleinen Anstupser, um dieses Gefühl von Freude und Glück zu spüren. Ein Geruch nach Omas Kakao, ein Foto aus dem ersten Urlaub mit der Jugenliebe oder der tiefe Bass eines Liedes, zu dem du auf einem Konzert so frei getanzt hast wie noch nie. Jede*r hat seine eigenen, sehr persönlichen Mini-Erlebnisse, die unser Inneres kurz zum Leuchten bringen. Was aber die wenigsten wissen: Diese unerwarteten Momente des Glücks haben einen Namen – „Glimmer“. Und gute Coaches wissen, dass genau diese Glimmer unsere mentale Gesundheit stärken können.
Mentale Gesundheit stärken: Was sind „Glimmer“?
In ihrem Buch "The Polyvagal Theory in Therapy" beschreibt die Psychologin Dr. Deb Dana die beiden Phänomene Trigger und Glimmer. Trigger sind dir wahrscheinlich bereits als Begriff bekannt und vielleicht beschäftigst du dich schon länger mit deinen Triggerpunkten. Du setzt dich möglicherweise sogar intensiv mit Schattenarbeit auseinander, um deinen Heilungsweg voranzutreiben.
Ein emotionaler Trigger ist im Allgemeinen alles, was eine starke emotionale Reaktion auslöst. Trigger dienen als Signale, die eine Überflutung mit unverarbeiteten Traumata und den damit verbundenen Gefühlen auslösen, die in der Amygdala während vergangener Situationen gespeichert wurden, die wir nicht bewältigen konnten.
Soweit, so gut.
Was jedoch nur wenige Menschen erkennen, ist, dass dies auch umgekehrt funktioniert. Positive Stimmungen und Erinnerungen können durch kleine Anstöße wiederbelebt werden. Ein "Glimmer" ist das Gegenteil eines Triggers und kann für einen Moment Leichtigkeit, Entspannung, Sicherheit oder sogar Verliebtheit und Ehrfurcht in uns auslösen. Glimmer können laut Dr. Deb Dana noch viel mehr: "Diese Mikromomente formen auf sanfte Weise unser Nervensystem um." Wer also lernt, diese Glimmer bewusst zu nutzen, verstärkt nach und nach sein Gefühl von innerer Ruhe und Sicherheit.
„Glimmer“ verstärken: So bringen wir mehr Balance in unser Nervensystem
Die Art, wie wir uns fühlen, hängt unter anderem von einem Nerv in unserem Gehirn ab: dem Vagusnerv. Er übermittelt Botschaften von unserem Gehirn an andere Teile unseres Körpers und versetzt uns in den Flucht- oder Kampfmodus, wenn wir uns bedroht fühlen. Das Erstaunliche daran ist, dass derselbe Nerv auch ein völlig gegensätzliches Gefühl in uns auslösen kann: Ruhe. Welches Gefühl entsteht, hängt wie so oft auch von unserer Einstellung ab. Leider neigen wir aufgrund unserer evolutionären Entwicklung dazu, negative Dinge vielfach verstärkt wahrzunehmen, tendenziell und ohne es zu wollem vom Schlimmsten auszugehen und schneller in Alarmbereitschaft zu sein.
Doch das lässt sich ändern – mit der Hilfe von "Glimmern". Wie die Psychologin Dr. Justine erklärt: "Indem wir uns bewusst auf Glimmer konzentrieren, können wir Mikromomente der ventralen Vagalenergie (ein Zustand der Erdung und Verbundenheit) anzapfen." Dafür müssen wir auf Momente achten, die einen kleinen Funken, ein Gefühl von Wärme oder Freude in uns auslösen – und dann halten wir dieses Gefühl sanft fest. Atme tief in dich hinein. Dein Atem ist der Schlüssel, denn er verbindet dich mit deinem Sein im Hier&Jetzt. Bilder, Gedanken und Emotionen ziehen somit nicht einfach unbewusst vorbei, sondern verbleiben etwas länger in uns. Indem wir diese Gefühle eine kleine Weile lang bewusst - aber eben sanft, mehr mit dem Herzen als mit dem Kopf - in uns lebendig sein lassen, können wir unserem Gehirn beibringen, positive Gedanken nachhaltig zu bewahren. Oder, wie Dr. Justine es treffend ausdrückt: "Verwandeln Sie diesen Glimmer in ein Leuchten."
Auch du kannst Glimmer wahrnehmen – und damit entspannter, verbundener und freudvoller werden
Doch um ein Gefühl von Ruhe, Glück und Gelassenheit zu erfahren, müssen wir die Glimmer zunächst entdecken, was für viele Menschen eine echte Herausforderung ist. Probiere einfach verschiedene Situationen aus und horche in dich hinein, wie sich diese für dich anfühlen: Kuschel mit deiner Katze, drehe eine langsame Runde im Walt, betrachte ein, zwei Minuten lang die Sterne oder lausche der Stimme eines geliebten Menschen oder einfach deines Lieblingssängers.
Dr. Deb Dana empfiehlt, eine "glimmernde Absicht" zu setzen und sich beispielsweise vorzunehmen: "Ich werde vor dem Mittagessen nach einem Glimmer suchen." Sobald du einen Glimmer entdeckt hast, kannst du dir eine Glimmer-Notiz machen oder vor dem Schlafengehen nochmals kurz daran denken. Was das bewirkt? Du wirst merken, dass sich im Laufe der Zeit immer mehr Glimmer zeigen. Dr. Deb Dana betont: "Das ist Ihr Nervensystem, das beginnt, sich in Richtung der natürlichen Verbindungsmuster zu formen, die darauf warten, vertieft und zum Leben erweckt zu werden."
Du merkst schon, Glimmern ist etwas für dich? Fein.
Es kann aber tatsächlich noch mehr. Menschen, die unter Trauma-Triggern leiden, können unter einer verstärkten Hypervigilanz leiden, also einer Art chronischen Alarmbereitschaft. Kennst du das? Wenn ja, dann weißt du, wie unglaublich anstrengend das sein kann. Für dich könnte “Glimmer” besonders hilfreich sein. Aber auch für alle anderen kann dieses heilsame Achtsamkeits-Tool von Vorteil sein, weil wir unseren wertvollen Fokus shiften. Dies verändert unsere Perspektive auf problematische Lebenssituationen, baut emotionalen Stress ab und unterstützt uns dabei, ganz allgemein für uns gesündere Entscheidungen zu treffen.
Erlauben wir uns selbst, diese Wohlfühl-Emotionen mehr und mehr in uns wachzurufen, zu halten, zu genießen und uns durch unsere system-eigene Intelligenz und Weisheit heilen zu lassen.
Experience it all. Are you ready?
Und falls du nun Lust bekommen hast, dich selbstwirksamer und freudvoller zu erleben in all dem, was uns so oft fordert oder schmerzt - ich freue mich über deine Nachricht und, wenn du möchtest, ein kostenfreies Kennenlerngespräch.
Deine Karen