Souveränes Selbst, tiefere Verbindungen: Klare Kommunikation ist alles.
Die verblüffende Macht der Sprache
Worte wirken im Gehirn wie ein Medikament, nur schneller und zuverlässiger. Das Wissen um ihre Wirkkraft kann unsere Kommunikation zu Gift machen - oder zu unserer Heilkraft.
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Wenn wir uns immer wieder in Situationen finden, in denen wir uns mit unserem Gegenüber und letztlich auch mit uns selbst diffus unwohl, traurig, unecht oder angespannt fühlen, hapert es oft – Überraschung! - an unserer Art zu kommunizieren.
Wir wissen oft schlicht und ergreifend nicht genau, was in einem gegebenen Moment eigentlich in uns vorgeht. Was wir da eigentlich gerade beobachten, fühlen, brauchen und wünschen, geschweige denn, wie wir dies souverän ausdrücken könnten. Noch viel weniger wissen wir das über unser Gegenüber. Wir wollen den anderen nicht vor den Kopf stoßen oder verletzen, aber vor allem wollen wir nicht, dass er böse auf uns wird, uns verurteilt, sich abwendet. Dass die Harmonie dahin ist, dass wir schief angeschaut werden, verlacht, verachtet. Letzten Endes fürchtet eine höchst unbewusste Instanz in uns, dass etwas sehr Wichtiges massiven Schaden nehmen könnte, dass wir großen Schmerz fühlen müssten.
Das ist ganz normal.
Hast du bereits genug Bewusstheit aufgebaut, um zu bemerken, wenn du dich gehemmt fühlst deine Wahrheit auszudrücken - und kannst es dennoch nicht auf die Weise, wie du es dir wünschen würdest?
Wie können wir mehr in unsere Souveränität und Freiheit gelangen?
Eine der wichtigsten Basisfragen ist: Welches Bedürfnis versucht eine Person durch die gewählte Verhaltensweise (unbewusst) zu erfüllen? Will sie z.B. verstanden und anerkannt werden?
Wenn wir dies erkennen, haben wir die Möglichkeit, nach einer Lösung zu suchen, die niemanden verletzt. Unsere gemeinsamen Bedürfnisse verbinden uns, aber unsere individuellen Strategien können uns trennen.
Wo fangen wir an, wenn wir unsere Kommunikation powervoller und zugleich friedlicher machen möchten?
Wir erkennen, dass wir meist nicht gelernt haben, wie wir Konflikte kompetent angehen können. Oft greifen wir zu Vermeidungsstrategien und versuchen, Konflikten auszuweichen, anstatt uns „zu stellen“. Wir haben einfach Angst oder „keine Lust“. Diese Vermeidungsstrategien umfassen das Ignorieren oder Nicht-Ansprechen von Problemen in der Hoffnung, dass das Ding von selbst verschwindet. Oder das Versachlichen und Ausblenden von emotionalen Zuständen.
Warum machen wir das, wenn wir es doch im Grunde besser wissen oder uns wirklich nach einer authentischeren Beziehung sehnen? Uns fehlen die Tools, um Konflikte auf eine Weise anzusprechen, die der Beziehung keinen Schaden zufügt oder die Thematik weiter anheizt. Hier kommt die gute Nachricht: Natürlich können wir hier lernen und wachsen!
Welche Ausdrücke und Sprachmuster dürfen wir ab jetzt aus unserem Reportoire streichen?
Ob uns das bewusst ist oder nicht, unsere erlernte Sprache und unsere Perspektive basieren oft auf dem Täter-Opfer-Denken und dem Schuldprinzip. Wenn wir mit dieser Denkweise in eine Auseinandersetzung treten und Probleme ansprechen wollen, neigt der Gesprächspartner dazu, sich zurückzuziehen oder in die Offensive zu gehen. Kennen wir. Machen wir uns klar, dass wir aus einer empfundenen Hilflosigkeit heraus häufig immer noch belehren, befehlen, warnen, beschimpfen, predigen, drohen, ablenken, beschämen und urteilen. Doch die Klarheit darüber, was wir vermeiden sollten, reicht allein nicht aus, um zu wissen, wie wir uns stattdessen ausdrücken können.
Hier kommen weitere wertvolle Strategiepunkte:
Beobachten statt bewerten: Wenn wir eine Situation subjektiv bewerten und uns dessen bewusst werden, können wir uns auf die reine Beobachtung des Geschehens konzentrieren.
Essentiell: Durch die bewusste Trennung von Beobachtung und Bewertung können wir offen, neugierig und unvoreingenommen bleiben.
Wie teilen wir unsere eigenen Bedürfnisse effektiv mit und wie erkennen wir die Bedürfnisse unseres Gegenübers?
Die erste Herausforderung besteht darin, überhaupt erst einmal wahrzunehmen, was unser System gerade braucht. Fast immer beschäftigen wir uns eher mit unseren Interpretationen des Verhaltens des anderen oder von uns selbst.
Hier setzt die zweite Schlüsselunterscheidung ein: Fühlen statt denken.
Dies funktioniert erst, wenn wir den Fokus von anderen auf unsere eigenen emotionalen Empfindungen verlagern. Stellen wir es uns vor wie das Umstellen eines Bühnen-Spotlights, der nicht auf andere, sondern auf unser eigenes aktuelles Gefühlsgeschehen gerichtet ist. Erst jetzt haben wir den Zugang, um unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen. Wie genau wir das machen? Wir nehmen uns kurz die Zeit, wirklich in uns hineinzuspüren und zu entdecken, was da eigentlich für ein Gefühl ist. Wir können spüren, wo in unserem Körper es sitzt und wie es sich dort anfühlt (eng, heiß, mit Druck, schwarz, rot, nass, zäh, ….). Wenn wir dort fokussiert aber auch liebevoll-ergeben hineinatmen, geben wir dem Gefühl das, wofür es eigentlich da ist: wir FÜHLEN es. Ab dem Moment wird es sich wandeln und neue Türen öffnen.
Was sind typische verbale Auslöser für Missverständnisse und Aggressionen und wie können wir sie ab jetzt vermeiden?
Jemand teilt uns etwas aus seiner Sicht mit, schildert ein Problem, und schon durch einzelne Worte lösen wir starke Resonanzen aus – so oft unbewusst. Wir setzen unsere eigene Bewertung über das Gesagte des Anderen und sind nicht mehr fähig wirklich zuzuhören.
Sagt unser Partner/Lover zum Beispiel „Du verbringst wirklich zu viel Zeit mit deiner Schwester“, hören wir darin vielleicht einen Vorwurf und reagieren reflexartig in der Verteidigung: „Du bist selbst immer nur mit deinem Job beschäftigt.“ Ein typischer Schlagabtausch beginnt, ein Pingpong-Effekt.
Frust und Verzweiflung entstehen schnell, wenn das Gefühl aufkommt, nicht verstanden zu werden, während gleichzeitig die eigene Stimme und Aggression steigt. Alles menschlich.
Wie vermeiden wir also Urteile und Kritik in unserer Ausdrucksweise?
Ganz ehrlich, das erfordert durchaus Übung. Unsere größte Herausforderung sind oft unsere emotionalen Reaktionen auf Verhalten, Sätze oder manchmal sogar nur ein „falsches Wort“. Wir sind triggerbare Wesen. So oft haben wir unseren eigenen Gedankenfluss bereits gestartet, wenn uns jemand etwas erzählt, und warten halb darauf, unsere eigenen Erfahrungen einzubringen. Die Fähigkeit zum bewussten Zuhören erfordert Offenheit, Neugierde, Vorurteilslosigkeit und die Bereitschaft, eigene Themen für einen Moment zurückzustellen. Erst dann können wir unsere Aufmerksamkeit voll auf die Welt des anderen lenken und uns überraschen lassen.
Aufmerksames, wohlwollendes Zuhören bildet das Fundament für tolle, tiefe, verbindende Gespräche. Natürlich ist das ein Lernprozess, der unsere Zuwendung braucht, so wie alles, was wir eines Tages besser können wollen, damit unser Leben ein freieres, entspannteres wird.
Aber: Je mehr wir lernen, uns selbst zu begreifen und auszudrücken, desto einfacher können wir uns positionieren. Desto stärker verwurzelt sind wir nicht nur in uns selbst, sondern auch in allen Beziehungen, die uns wichtig sind. Du möchtest gelassener sein und mehr Standing entwickeln, weniger zurückhalten und dich authentischer erleben? Du möchtest eines Tages auf dich zurückblicken und wissen, du bist furchtlos für dich und deinen Weg eingestanden, und hast deine Beziehungen dabei nur noch echter und lebendiger werden lassen?
Deine klare, sanfte, starke Kommunikation ist einer DER Schlüssel.
Ich bin so gerne da, wenn du deine Chance nicht verpassen und dich wahrlich freier und klarer fühlen möchtest.
#communicationiskey
#boundariesarehealthy